Selbstplagiat: Definition, Beispiele & Vermeidung
Plagiatscanner.de Redaktion | 14. März 2026
Kann man sich selbst plagiieren? Was auf den ersten Blick wie ein Widerspruch klingt, ist im akademischen Kontext ein ernstes Thema. Selbstplagiat ist an Universitäten ein anerkannter Verstoß gegen die gute wissenschaftliche Praxis und kann erhebliche Konsequenzen nach sich ziehen. In diesem Beitrag klären wir, was Selbstplagiat genau ist, wie es im Studium vorkommt und wie du es vermeidest.
Was ist Selbstplagiat?
Ein Selbstplagiat liegt vor, wenn du eigene, bereits veröffentlichte oder eingereichte Texte erneut verwendest, ohne dies kenntlich zu machen. Du übernimmst also Passagen aus einer früheren Arbeit von dir selbst und gibst sie als neue, eigenständige Leistung aus.
Wichtig: Es geht dabei nicht um die Ideen an sich, sondern um die wortwörtliche oder nur leicht abgewandelte Übernahme von Textpassagen. Auch wenn du der ursprüngliche Autor bist, erwartet die wissenschaftliche Gemeinschaft, dass jede eingereichte Arbeit eine eigenständige, neue Leistung darstellt.
Selbstplagiat wird oft auch als „Textrecycling" oder „Autoplagiat" bezeichnet. Der Begriff mag zunächst harmlos klingen, die Konsequenzen sind es jedoch nicht.
Beispiele aus dem Studium
Selbstplagiat kommt häufiger vor, als viele Studierende vermuten. Hier sind typische Szenarien:
- Hausarbeit in der Bachelorarbeit: Du hast im 3. Semester eine Hausarbeit zum Thema „Social-Media-Marketing" geschrieben. In deiner Bachelorarbeit behandelst du ein verwandtes Thema und übernimmst ganze Abschnitte aus der Hausarbeit, ohne dies zu kennzeichnen.
- Seminararbeit wiederverwenden: Du reichst eine überarbeitete Version deiner Seminararbeit als Hausarbeit in einem anderen Kurs ein. Auch wenn du das Thema weiterentwickelt hast, enthält der Text wesentliche Passagen aus der früheren Arbeit.
- Doppelte Einreichung: Du schreibst eine Arbeit für Kurs A und reichst dieselbe oder eine leicht modifizierte Version bei Kurs B ein. Dies ist die offensichtlichste Form des Selbstplagiats.
- Theorieteil kopieren: Du übernimmst den Theorieteil aus einer früheren Arbeit, weil „die Theorie ja gleich bleibt". Auch dies ist ohne Kennzeichnung ein Selbstplagiat.
Ist Selbstplagiat wirklich schlimm?
Kurz gesagt: Ja. Auch wenn es weniger offensichtlich erscheint als das Kopieren fremder Texte, hat Selbstplagiat ernsthafte Konsequenzen:
- Akademische Unredlichkeit: Die meisten deutschen Universitäten stufen Selbstplagiat explizit als Täuschungsversuch ein. In der Prüfungsordnung ist häufig festgelegt, dass jede eingereichte Arbeit eine eigenständige Leistung sein muss.
- Verstoß gegen die eidesstattliche Erklärung: Mit der Unterschrift unter der eidesstattlichen Erklärung bestätigst du, dass deine Arbeit selbstständig und ohne unerlaubte Hilfe verfasst wurde. Das Recycling eigener Texte kann als Verstoß gewertet werden.
- Urheberrechtliche Probleme: Wenn du eine Arbeit veröffentlicht hast (z. B. in einer Fachzeitschrift), liegen die Nutzungsrechte möglicherweise beim Verlag. Eine erneute Veröffentlichung ohne Genehmigung kann rechtliche Folgen haben.
- Konsequenzen wie beim klassischen Plagiat: Je nach Hochschule drohen Nichtbestehen der Prüfung, Aberkennung des Abschlusses oder im Extremfall die Exmatrikulation.
Wie vermeidest du Selbstplagiat?
Die gute Nachricht: Selbstplagiat lässt sich leicht vermeiden, wenn du ein paar Grundregeln beachtest:
- Zitiere dich selbst: Wenn du auf eigene frühere Arbeiten zurückgreifst, behandle sie wie jede andere Quelle. Füge eine ordentliche Quellenangabe hinzu und kennzeichne wörtliche Übernahmen als Zitat.
- Markiere wiederverwendete Passagen: Mache in deiner Arbeit transparent, welche Textteile aus früheren Arbeiten stammen. Viele Prüfungsordnungen erlauben eine begrenzte Wiederverwendung, wenn sie klar dokumentiert ist.
- Schreibe neue Inhalte: Statt Passagen zu kopieren, formuliere die Gedanken neu. Dein Wissen hat sich seit der letzten Arbeit weiterentwickelt. Nutze das.
- Sprich mit deinem Professor: Wenn du ein verwandtes Thema bearbeitest und auf frühere Arbeiten aufbauen möchtest, kläre vorab mit deiner Betreuungsperson ab, was erlaubt ist und wie du es kennzeichnen sollst.
Kann ein Plagiat Scanner Selbstplagiate erkennen?
Ja, grundsätzlich kann ein Plagiat Scanner auch Selbstplagiate aufdecken. PlagAware, die Technologie hinter unserem Plagiat Scan, vergleicht deinen Text mit einer umfangreichen Datenbank aus Online-Quellen und wissenschaftlichen Texten.
Wenn deine frühere Arbeit online veröffentlicht wurde, in einer Datenbank indexiert ist oder bereits durch PlagAware geprüft wurde, wird die Übereinstimmung erkannt und im Prüfbericht markiert. Du siehst dann genau, welche Passagen mit früheren Veröffentlichungen übereinstimmen, auch wenn sie von dir selbst stammen.
Unser Tipp: Prüfe deine Arbeit vor der Abgabe mit unserem Plagiat Scan. So erkennst du potenzielle Selbstplagiate rechtzeitig und kannst problematische Stellen überarbeiten oder korrekt zitieren.